Selbstverständlich hat jede Kunstform ihre Berechtigung, dennoch interessieren manche mehr, andere weniger. Abhängig ist dies beispielsweise von der Beschaffenheit der Inszenierung und den persönlichen Vorlieben. Ich persönlich mag zwar Theaterstücke, lese diese aber lieber, als sie im Theater zu sehen, da sich meine Fantasie dabei verhalten kann, wie sie will und ich nichts vorgesetzt bekomme, was mich nicht interessiert. Ähnlich verhält es sich mit Verfilmungen von Romanen, niemals würde ich mir den Film nach Umberto Ecos «Name der Rose» anschauen. Welch ein Glück habe ich die im Buch beschriebene Bibliothek nie in Natura gesehen, in meiner Fantasie ist sie derart präsent, als hätte ich sie mal besucht. Ich mag Bühnentanz, wieso nicht mal den «Nussknacker», «Coppelia» oder «Le sacre du prinemps» auf eine der grossen Bühnen der Theaterwelt. Von Tanz im öffentlichen Raum, site-specific, habe ich aber einen grösseren Gewinn, weil mich interessiert, wie sich die Akteure dem öffentlichen Raum gegenüber, dem Wetter, dem sich verändernden Licht und dem Publikum gegenüber verhalten. Und so war die Entscheidung, zusammen mit Silvia Buol rasch gefällt, wieder mal ein kleines Festival mit Musik- und Tanzperformances zu organisieren. Auf der Terrasse der Alten Universität Basel, einige Meter über dem Rhein und unter freiem Himmel, so war unsere Vorstellung.

Der Anlass, der 30. Geburtstag der nomadisierenden veranstalter. 1996 habe ich mit Silvia Buol diesen Begriff geprägt, da wir, an unterschiedlichen Orten im öffentlichen und halböffentlichen Raum Veranstaltungen mit Kunst, Musik und Tanz und Performance organisierten. Unser umfangreichstes Projekt fand 2013 zum 100. Geburtstag von Meret Oppenheim statt. In den vergangenen 30 Jahren waren es über 15 Tanz-Performance-Veranstaltungen und zu unserem 20. Geburtstag publizierten wir den bekannten Stadtführer «Der Reiz des Nebensächlichen. Sieben Spaziergänge durch Basel», den es inzwischen bereits in der 3. Auflage gibt. Am 18. September findet «an den rändern mittendrin pulsierend» statt. Den Schlagzeuger Pierre Favre schlug Silvia Buol vor, sie trat mit ihm bereits verschiedentlich auf und wollte den Drummer und Altmeister der Schweizer Perkussionisten noch einmal nach Basel holen. Er sagte spontan zu, schon lange ist er in Basel nicht mehr aufgetreten.
Auf unsere öffentliche Ausschreibung meldeten sich zahlreiche Tänzerinnen und Tänzer, Performerinnen und Künstlerinnen. Die Entscheidung fiel uns nicht leicht. entschieden wir uns für Juno Feierabend, Ursina Natalia Früh, Susanna Grob, Anita Kuster und Jasminka Stenz. Silvia Buol wünschte mit Pierre Favre aufzutreten, er wollte zum Schluss ein längeres Solo spielen. Der Abend klingt mit einem Umtrunk und einem Geburtstagskuchen aus. Bilder von diesem gibt’s erst nach der Veranstaltung. Was erwartet die BesucherInnen sonst noch? Hier eine Vorschau.
In «Ruf und Echo» findet ein Dialog mit dem Wasser, ein Spiel mit dem Widerhall statt. Anita Kuster und Jules Lézy senden und empfangen mit ihren Alphörnern Klängen, die in neuer Form als Echo zurückgegeben werden. An den Rändern und mittendrin, pulsierend, im Dialog, reflektierend, direkt, aber auch über Flächen, Ecken und Räume fliessend. Ein Auftakt der besonderen Art, der den offenen Raum von Gebäude und Terrasse in spielerischer Art erkundet. «Drift Atlas» ist eine Choreografie von Susanna Grob, die eine lebendige Topografie aus Atmosphären, Bildern und ephemeren Konstellationen kreiert. Die Terrasse über dem Rhein wird zu einer sich wandelnden Landschaft, in der Körper und Klänge wie Spuren von Geschichten erscheinen, deren geheimnisse aber nie vollständig gelüftet werden. aber nie vollständig enthüllt werden. Die Choreografie bewegt sich zwischen Musikalität, Poesie und Absurdität, die dem Publikum nicht eindeutige Aussagen liefert, sondern einen Raum für die eigene Imagination schafft, in dem Wahrnehmung und Interpretation in ständigem Fluss bleiben.

Juno Feierabend schreibt über seine Performance «touchy»: «Ich bin ein Kopfwesen. Zumindest oft. Manchmal fühlt es sich an, als wäre mein Körper nur ein Transportmittel für meine Gedanken. Finden wir den Rest von uns wieder! Auf unserer Haut, in unseren Kniekehlen, in den seltsamen Zwischenräumen. Wir sind Mind-Body-Creatures und scheinen das bisweilen zu vergessen. Ich wache oft auf, weil ich mir im Schlaf den Unterarm streichle. Das ist süss, oder? Was passiert, wenn wir uns selbst berühren? Manche Menschen behaupten, das beruhige das Nervensystem. Andere finden es peinlich. Vor allem, wenn andere uns dabei zusehen. Die Performance stellt unter anderem die beiden Fragen: ‹Is it possible to perform ‘cringe’?› und ‹Wie kann ein Körper bewohnt werden, während er gesehen und beurteilt wird?›». Jasminka Stenz und Johanna Lamprecht zeigen ein Ein-Ton-Werk für Campanula-Viola und Instant-Choreografie, Tanz Bewegung und Körper. Was, wenn die Zeit stillsteht und sich dennoch bewegt, Stille hörbar wird und sich in einem einzigen musikalischen Ton eine Welt entfaltet. Durch Klang und Bewegung entsteht ein faszinierender Experimentier-Raum, in dem vieles möglich ist.

«Down Deep» von Silvia Buol und Pierre Favre ist eine Hommage an den Zoologen Adolf Portmann (1897–1982), der am Zoologischen Institut am Rheinsprung lehrte und forschte. Direkt bezieht es sich auf ein Relief, das an den international renommierten Naturforscher erinnert, auf dem Fische, Oktopusse, Krabben, Korallen und verschiedene Meerwesen zu sehen sind. «Down Deep» versetzt die Bilderwelt dieses Reliefs in Bewegung und Klang, sphärisch und rhythmisch, als würden die einzelnen Meeresbewohner ihre vielfältigen Charakteristiken spielerisch in einen Tanz und in ein Konzert verwandeln. In der Performance werden Klänge und Bewegungen untersucht, erforscht, variiert und lustvoll in ein grosses Geflecht von brabbelnden, schwingenden, krabbelnden, gleitenden und schwebenden Gesten umgesetzt – musikalisch und tänzerisch. Ursina Natalia Früh Choreografie «entre» befasst sich mit körperlichen Reaktionen auf emotionale Ausnahmesituationen und zur versucht zur Musik von Tassos Tataroglu eine Recherche zu Emotionen, Erinnerungen und innerer Verwundbarkeit. Zum Schluss das Solo «über die Freiheit», gespielt und improvisiert von Pierre Favre. Ein Stück, das den Abend ausklingen lässt, jeder und jeden ihren bzw. seinen Gedanken überlässt und so den Raum für die eigene Freiheit eröffnet. Schon Meret Oppenheim sagte: sie wird einem nicht gegeben, man muss sie nehmen!

Selbstverständlich hat jede Kunstform ihre Berechtigung, dennoch interessieren manche mehr, andere weniger. Abhängig ist dies beispielsweise von der Beschaffenheit der Inszenierung und den persönlichen Vorlieben. Ich persönlich mag zwar Theaterstücke, lese diese aber lieber, als sie im Theater zu sehen, da sich meine Fantasie dabei verhalten kann, wie sie will und ich nichts vorgesetzt bekomme, was mich nicht interessiert. Ähnlich verhält es sich mit Verfilmungen von Romanen, niemals würde ich mir den Film nach Umberto Ecos «Name der Rose» anschauen. Welch ein Glück habe ich die im Buch beschriebene Bibliothek nie in Natura gesehen, in meiner Fantasie ist sie derart präsent, als hätte ich sie mal besucht. Ich mag Bühnentanz, wieso nicht mal den «Nussknacker», «Coppelia» oder «Le sacre du prinemps» auf eine der grossen Bühnen der Theaterwelt. Von Tanz im öffentlichen Raum, site-specific, habe ich aber einen grösseren Gewinn, weil mich interessiert, wie sich die Akteure dem öffentlichen Raum gegenüber, dem Wetter, dem sich verändernden Licht und dem Publikum gegenüber verhalten. Und so war die Entscheidung, zusammen mit Silvia Buol rasch gefällt, wieder mal ein kleines Festival mit Musik- und Tanzperformances zu organisieren. Auf der Terrasse der Alten Universität Basel, einige Meter über dem Rhein und unter freiem Himmel, so war unsere Vorstellung.

Der Anlass, der 30. Geburtstag der nomadisierenden veranstalter. 1996 habe ich mit Silvia Buol diesen Begriff geprägt, da wir, an unterschiedlichen Orten im öffentlichen und halböffentlichen Raum Veranstaltungen mit Kunst, Musik und Tanz und Performance organisierten. Unser umfangreichstes Projekt fand 2013 zum 100. Geburtstag von Meret Oppenheim statt. In den vergangenen 30 Jahren waren es über 15 Tanz-Performance-Veranstaltungen und zu unserem 20. Geburtstag publizierten wir den bekannten Stadtführer «Der Reiz des Nebensächlichen. Sieben Spaziergänge durch Basel», den es inzwischen bereits in der 3. Auflage gibt. Am 18. September findet «an den rändern mittendrin pulsierend» statt. Den Schlagzeuger Pierre Favre schlug Silvia Buol vor, sie trat mit ihm bereits verschiedentlich auf und wollte den Drummer und Altmeister der Schweizer Perkussionisten noch einmal nach Basel holen. Er sagte spontan zu, schon lange ist er in Basel nicht mehr aufgetreten.
Auf unsere öffentliche Ausschreibung meldeten sich zahlreiche Tänzerinnen und Tänzer, Performerinnen und Künstlerinnen. Die Entscheidung fiel uns nicht leicht. entschieden wir uns für Juno Feierabend, Ursina Natalia Früh, Susanna Grob, Anita Kuster und Jasminka Stenz. Silvia Buol wünschte mit Pierre Favre aufzutreten, er wollte zum Schluss ein längeres Solo spielen. Der Abend klingt mit einem Umtrunk und einem Geburtstagskuchen aus. Bilder von diesem gibt’s erst nach der Veranstaltung. Was erwartet die BesucherInnen sonst noch? Hier eine Vorschau.
In «Ruf und Echo» findet ein Dialog mit dem Wasser, ein Spiel mit dem Widerhall statt. Anita Kuster und Jules Lézy senden und empfangen mit ihren Alphörnern Klängen, die in neuer Form als Echo zurückgegeben werden. An den Rändern und mittendrin, pulsierend, im Dialog, reflektierend, direkt, aber auch über Flächen, Ecken und Räume fliessend. Ein Auftakt der besonderen Art, der den offenen Raum von Gebäude und Terrasse in spielerischer Art erkundet. «Drift Atlas» ist eine Choreografie von Susanna Grob, die eine lebendige Topografie aus Atmosphären, Bildern und ephemeren Konstellationen kreiert. Die Terrasse über dem Rhein wird zu einer sich wandelnden Landschaft, in der Körper und Klänge wie Spuren von Geschichten erscheinen, deren geheimnisse aber nie vollständig gelüftet werden. aber nie vollständig enthüllt werden. Die Choreografie bewegt sich zwischen Musikalität, Poesie und Absurdität, die dem Publikum nicht eindeutige Aussagen liefert, sondern einen Raum für die eigene Imagination schafft, in dem Wahrnehmung und Interpretation in ständigem Fluss bleiben.

Juno Feierabend schreibt über seine Performance «touchy»: «Ich bin ein Kopfwesen. Zumindest oft. Manchmal fühlt es sich an, als wäre mein Körper nur ein Transportmittel für meine Gedanken. Finden wir den Rest von uns wieder! Auf unserer Haut, in unseren Kniekehlen, in den seltsamen Zwischenräumen. Wir sind Mind-Body-Creatures und scheinen das bisweilen zu vergessen. Ich wache oft auf, weil ich mir im Schlaf den Unterarm streichle. Das ist süss, oder? Was passiert, wenn wir uns selbst berühren? Manche Menschen behaupten, das beruhige das Nervensystem. Andere finden es peinlich. Vor allem, wenn andere uns dabei zusehen. Die Performance stellt unter anderem die beiden Fragen: ‹Is it possible to perform ‘cringe’?› und ‹Wie kann ein Körper bewohnt werden, während er gesehen und beurteilt wird?›». Jasminka Stenz und Johanna Lamprecht zeigen ein Ein-Ton-Werk für Campanula-Viola und Instant-Choreografie, Tanz Bewegung und Körper. Was, wenn die Zeit stillsteht und sich dennoch bewegt, Stille hörbar wird und sich in einem einzigen musikalischen Ton eine Welt entfaltet. Durch Klang und Bewegung entsteht ein faszinierender Experimentier-Raum, in dem vieles möglich ist.

«Down Deep» von Silvia Buol und Pierre Favre ist eine Hommage an den Zoologen Adolf Portmann (1897–1982), der am Zoologischen Institut am Rheinsprung lehrte und forschte. Direkt bezieht es sich auf ein Relief, das an den international renommierten Naturforscher erinnert, auf dem Fische, Oktopusse, Krabben, Korallen und verschiedene Meerwesen zu sehen sind. «Down Deep» versetzt die Bilderwelt dieses Reliefs in Bewegung und Klang, sphärisch und rhythmisch, als würden die einzelnen Meeresbewohner ihre vielfältigen Charakteristiken spielerisch in einen Tanz und in ein Konzert verwandeln. In der Performance werden Klänge und Bewegungen untersucht, erforscht, variiert und lustvoll in ein grosses Geflecht von brabbelnden, schwingenden, krabbelnden, gleitenden und schwebenden Gesten umgesetzt – musikalisch und tänzerisch. Ursina Natalia Früh Choreografie «entre» befasst sich mit körperlichen Reaktionen auf emotionale Ausnahmesituationen und zur versucht zur Musik von Tassos Tataroglu eine Recherche zu Emotionen, Erinnerungen und innerer Verwundbarkeit. Zum Schluss das Solo «über die Freiheit», gespielt und improvisiert von Pierre Favre. Ein Stück, das den Abend ausklingen lässt, jeder und jeden ihren bzw. seinen Gedanken überlässt und so den Raum für die eigene Freiheit eröffnet. Schon Meret Oppenheim sagte: sie wird einem nicht gegeben, man muss sie nehmen!
